---------


chefarzt aktuell

Informationsdienst für leitende Krankenhausärzte

 

November/Dezember 6/16

THEMENÜBERSICHT:

Gastkommentar: Prof. Dr. Hartwig Bauer
Ehemaliger Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
Ärztlicher Direktor Isarklinikum München

Hat sich der Kranke früher fast kritiklos und ohne nachzufragen den Ratschlägen eines Arztes gefügt, will er heute als aktiv Beteiligter wahrgenommen und einbezogen werden. Die Rolle des Arztes hat sich ebenfalls gewandelt. Die partizipative Entscheidungsfindung ist ein Interaktionsprozess mit dem Ziel, unter gleichwertiger aktiver Beteiligung von Patient und Arzt auf der Basis geteilter Information zu einer gemeinsam verantworteten Entscheidung zu kommen. (S. 82-84)

Haftung des Krankenhauses für Fehler übermüdeter Ärzte
Der Krankenhausträger hat sicherzustellen, dass keine durch einen anstrengenden Nachtdienst übermüdeten Ärzte zu Operationen eingeteilt werden. (S. 85)

Zum Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patient
Ob ein Patient ordnungsgemäß aufgeklärt wurde, entscheidet sich nicht allein anhand des Aufklärungsbogens. Vielmehr ist auch das persönliche Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patient zu berücksichtigen. (S. 86)

GOÄ: Zulässige Berechnung des 2,3fachen Gebührensatzes
Dem 2,3fachen des Gebührensatzes kommt die Funktion eines Schwellenwertes zu. Es stellt keinen Fehlgebrauch des Ermessens dar, wenn persönlich-ärztliche Leistungen, die sich in einem Bereich durchschnittlicher Schwierigkeit befinden, zum Schwellenwert abgerechnet werden. (S. 87)

Verletzung der ärztlichen Dokumentationspflicht
Die Verletzung der Dokumentationspflicht stellte eine Verletzung der ärztlichen Berufspflicht dar und kann berufsgerichtlich mit Verweis und Geldbuße geahndet werden. (S. 88-89)

GOÄ: Persönliche Qualifikation ist kein Bemessungskriterium
Die persönliche Qualifikation berechtigt nicht, generell eine über dem Schwellenwert liegende Gebühr für persönlich-ärztliche Leistungen zu berechnen. (S. 89)

Zur Vorschussrechnung eines Arztes
Es ist unzulässig, die Vorauszahlung des gesamten Honorars vor Durchführung der Operation zu verlangen. Es bleibt offen, ob Ärzten die Forderung eines Honorar-vorschusses generell untersagt ist. Unzulässig ist es jedoch, die Vorauszahlung der gesamten Vergütung ohne eine der GOÄ genügenden Berechnung zu verlangen. (S. 90)

Abweichung von der Standardtherapie als Behandlungsfehler
Es ist ein Behandlungsfehler, wenn der Arzt nicht die Therapie der ersten Wahl (sog. Goldener Standard) sondern die Therapie der zweiten Wahl anwendet, da es sich bei dieser Behandlung nicht um die Methode der Wahl handelt. (S. 91)

Aufklärung über dauerhaften Haarverlust nach Chemotherapie
Die Patientin hätte aufgrund des zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden Erkenntnisstands über die Risiken des dauerhaften Haarverlusts als Folge des noch in der Erprobung befindlichen Krebsmedikaments aufgeklärt werden müssen. (S. 92)

Teilnahme an einem Personalgespräch während der Arbeitsunfähigkeit
Ein durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an der Arbeitsleistung verhinderter Arbeitnehmer ist regelmäßig nicht verpflichtet, an einem Gespräch mit dem Arbeitgeber zur Klärung der weiteren Beschäftigungsmöglichkeit teilzunehmen. (S. 93)

_______________________________

Impressum

Herausgeber:

Dr. jur. U. Baur, Steinstraße 11, 40212 Düsseldorf, Tel.: (0211) 3 23 00 90, Fax: (0211) 3 23 00 80, E-Mail: info@ra-baur.de

Geschäftsstelle:

chefarzt aktuell, Steinstraße 11 – 40212 Düsseldorf – Tel.: (0211) 3 23 00 90, Fax: (0211) 3 23 00 80¸ E-Mail: info@chefarzt-aktuell.de. – Internet : www.chefarzt-aktuell.de

Redaktion, zugleich verantwortlich:

Dr. U. Baur, Steinstr. 11, 40212 Düsseldorf, Tel.: (0211) 3 23 00 90, Fax: (0211) 3 23 00 80,

Namensartikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und der Herausgeber wieder. Für die unverlangte Zusendung von Manuskripten, Bildern etc. wird keine Gewähr übernommen. Bei Einsendungen ist die Redaktion zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung berechtigt.

Urheberrechte:
Die in chefarzt aktuell veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

Erscheinungsweise:
6 Ausgaben jährlich.

Bezug:
Bestellung über die Geschäftsstelle. Bezugspreis jährlich: 55,-- €

Abbestellung:
Unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalenderjahres – bitte möglichst per Fax oder E-Mail.

Druck:
MAIL BOXES ETC., Düsseldorf